DIY - Tisch Werkstatt / Werkbank

Ausgangslage / Grundüberlegungen / Artikelliste für meine Werktische

Insgesamt habe ich zwei identische Tische gebaut. Die Tische sollten genauso hoch werden wie meine große Werkbank, so dass ich bei großen Plattenzuschnitten mit meiner Tauchsäge  recht simpel und schnell meine Auflagefläche deutlich vergrößern kann. Schon da kam mir der Gedanke, dass ich im nächsten Projekt dann einen leichten "Zustelltisch", der evtl. auf Rollen steht bauen werde. Aber wie gesagt, erst im nächsten Projekt.

Materialliste

  • Multiplexplatte 2m x 0,62m, 18mm stark
  • Holzbalken 10 x 10cm (je Tisch 4x Tischbein mit Länge von ca. 0,835cm, für Verblattung 2x 1,90m, für Querverblattung 2 x ca. 0,70cm)
  • Holzlatten 4 x 6 cm für Versteifung oben am Tisch (2 Stück mit 2m, 5 STück mit ca. 0,70cm)
  • Holzleim
  • Tauchsäge mit Führungsschiene für Zuschnitt der großen Platten (geht auch anders)
  • Holzdübel (10mm + 6mm) für zusätzliche Versteifungen - ca. 20 Stück
  • diverse Schraubzwingen zum Verzwingen
  • Stichsäge für Aussparungen (gut nicht ideal, aber hatte nichts besseres)
  • Zug- und Kappsäge ebenfalls für Aussparungen 

Kosten

Hmm, die Multiplexplatte kostet je qm ca. 30 Euro, die Balken und Latten hatte ich eh lagernd liegen, hab diese dann mit meiner Hobelmaschine optisch noch schön gemacht.
Holzleim für ca. 5 Euro, die Holzdübel hab ich über ebay gekauft, recht günstig, pro m ca. 60 Cent.

Grundgestell Werktisch / Werkbank Verblattungen / Aussparungen

Zunächst habe ich mir mal sämtliche Materialien auf die späteren notwendigen Maße gehobelt und auf Länge geschnitten. Dann gings an die Verzapfungen und Verblattungen. Begonnen habe ich mit den Verblattungen im unteren Bereich des Werktisches. Dazu habe ich einfach von unten her 10cm Platz gelassen, von hier springen die Balken dann quasi nach oben.

Profis werden lachen, aber ich habe das Ganze dann zunächst an den Balken sauber angezeichnet, sicherheitshalber nochmals zusammengestellt, bis ich mir sicher war, dass es stimmt.
Das Aussägen der Aussparungen, ja das war eine richtig zeitaufwändige Arbeit. Dabei habe ich mal verschiedene Techniken ausprobiert. Macht Euch selber ein Bild, was für euch am Besten geeignet ist.

  • Aussparungen per Stichsäge: geht eigentlich ganz gut, vorausgesetzt, euch haut die Stichsäge nicht ab, also ich mein das Sägeblatt. Habe quasi von beiden eingesägt und schon hatte ich die notwendige Aussparung.
  • Aussparung per Zug/Kappsäge: Da ich an meiner Zug- und Kappsäge eine Höheneinstellung vornehmen kann, habe ich auch das mal getestet. Also Tiefe des Schnitts eingestellt und geschnitten. Das muss ich sagen ist die beste Lösung gewesen, ich habe sogar sägeblattbreit gearbeitet, so dass ich hinterher auch nichts ausstemmen musste
  • Aussparung mit Bandsäge: Meine Bandsäge packt 10cm Durchlass, also ging es auch mit der Bandsäge. Sehr langsam reingeschoben und dann gemäß meiner Striche auf den Balken gesägt. Der Nachteil ist hier, dass man wirklich mit Gefühl arbeiten muss.
  • Aussparungen mit Japansäge: nur ein Versuch, war mir zu zeitaufwändig, aber wäre wahrscheinlich sehr genau.

Fazit - viele Wege führen nach Rom, findet den Euren.

Grundgestell zusammengesteckt

Im nächsten Schritt habe ich mal das Grundgestellt nur lose zusammengesteckt, bitte an der Stelle noch keinen Leim verwenden, da ja im oberen Bereich noch die Aussparungen, Querverlattungen und Längsverlattungen fehlen. Alles in allem hat das bei beiden Tischen ganz gut gepasst. Dennoch habe ich aus meiner Erfahrung einen Tipp - Achtet wirklich penibelst darauf, ob alles im rechten Winkel ist. Ich gebe zu, beim zweiten Tisch habe ich nicht exakt nachgemessen. Diesen Fehler könnt Ihr später nicht mehr oder nur mit serh viel Aufwand (oder Gemurkse) wieder gut machen. Die Bilder zeigen mal mein Grundgestell.

Verzapfungen Grundgestell im oberen Bereich

So, nun ging es an die Verzapfungen im oberen Bereich. Ich hatte mir hier vorgenommen, das Ganze wie ein Profi (bin aber keiner :-)) zu lösen. Also das volle Programm. Die Bilder untenstehend zeigen Euch, dass ich es tatsächlich, zu meiner Überraschung sogar recht genau hinbekommen habe. Welche Tipps kann ich Euch geben?

  • Zunächst habe ich auch wieder alles einfach mal aufgelegt, ausgemessen und genau (sehr dünner Stift) angezeichnet.
  • Begonnen habe ich mit den Aussparungen der Tischbeine, die Tiefe und Breite der Aussparungen richtet sich natürlich nach Euren Holzlatten.
  • Das Aussägen dieser Aussparungen habe ich dann mit Japansäge und Stichsäge erledigt
  • Danach natürlich nochmals fein nachgearbeitet

Nachdem das dann nun alles mal gepasst hat (habe einfach mal zusammengesteckt) kamen die Latten dran:

  • Genaues Ausmessen
  • Aussparungen mit Zug-/Kappsäge gemacht (war meiner Meinung nach die perfekte Lösung)

Ihr seht es schon an meinen Bildern, ich habe wirklich viel direkt auf dem Holz angezeichnet.

Verleimen Werkstatt Tisch

So, endlich war ich soweit, ich konnte mein komplettes Grundgestell sauber verleimen.
Direkt nach dem Verleimen habe ich meine Zwingen angesetzt und den Tisch von oben einfach nochmals über Nacht beschwert, so dass der Leim in Ruhe anziehen konnte. Die Bilder zeigen Euch hier, wie ich vorgegangen bin. Achtet darauf, auch hier mit der Wasserwaage und einem Winkel nachzumessen, ob auch wirklich alles passt.

Holzdübel gesetzt

Um meinen Tischen nun wirklich noch absolute Stabilität zu geben habe ich im nächsten Schritt Holzdübel gesetzt - und zwar bei allen Verblattungen und sogar direkt von oben durch die beiden Latten durch. Dabei habe ich mit einem 10er Holzbohrer durchgebohrt, meine Holzdübel / Holzstäbe auf Länge geschnitten, danach mit Leim beschmirt und durchgeschlagen. Am nächsten Tag konnte ich mit meiner Japansäge die Überstände ganz einfach wegsägen.

Also ich denke, das sollte nun absolut ausreichen.

Querverstrebungen / Verstrebungen von oben nach unten

Damit meine Tische auch von oben her stabil sind, habe ich mich entschieden noch ein paar Verstrebungen zu integrieren. Dazu habe ich einfach Holzlatten auf Länge geschnitten und zwischen den Längslatten eingesetzt.

Das Einsetzen habe ich recht simpel gelöst:

  • Holzlatten auf Länge sägen
  • mit Schraubzwinge eingespannt
  • 10er Bohrer zum Vorbohren verwendet
  • Holzdübel mit Leim eingeschlagen
  • Zwingen über Nacht dran gelassen.

Ich weiss, die Tische werden so natürlich immer schwerer, aber eines kann ich Euch sagen, die stehen bombenfest!

Tischplatte vorbereitet

Nun kam ich zur Tischplatte. Die Tischplatte steht vorne, links und recht 5cm über, hinten wird sie später bündig zu den Tischbeinen montiert. Zum Zusägen habe ich eine Tauschsäge verwendet. Geht ganz gut. Aber seht selbst.

Seitenwände für späteren Schubladeneinbau montiert

Eine der beiden Bänke wird später mit Schubladen bestückt, daher habe ich gleich noch die Seitenwände hierfür vorbereitet. Achtet darauf, dass das Ganze wieder sehr genau gearbeitet ist, denn später beim Schubladeneinbau wird ein Fehler von 0,3mm nicht mehr leicht reparabel sein.

Gut, man könnte das natürlich auch anders lösen, aber ich dachte mir, mach es einfach mal so. Vielleicht mache ich es beim nächsten Tisch anders, aber auch hier zählt am Ende das Ergebnis und nicht der Weg dorthin. Die Seitenwände, auch Multiplex 18mm (könnte man auch 15mm nehmen, hatte aber keines vorrätig) habe ich gechraubt, da man diese Schrauben später, wenn die Schübe gebaut und montiert sind nicht mehr sieht.

Tischplatte montiert

Endlich, endlich war es soweit, ich konnte die Tischplatte drauf setzen. Und spätestens hier merkt Ihr, wie genau Ihr mit den Höhen der Tischbeine gearbeitet habt. Am Ende ist das die leichteste Übung, aber danach hat man endlich seinen Werktisch / seine Werkbank fertig.

2x Werktisch / einfache Werkbank - Das Ergebnis

Hier seht Ihr nun das Ergebnis - zwei exakt gleich große Tische für die Werkstatt, die stabil sind.
Wie schon beschrieben werde ich noch Schübe integriern. Auf eine Tischblatte werde ich dann Bandsäge und Ständerbohrmaschine fest verbauen. Den anderen Tisch möchte ich mit Schiebetüren und vier großen Fächern für sperriges Werkzeug versehen. Das wird auch eine schöne Sache - ich habe noch nie Schiebetüren gebaut, aber einmal ist immer das erste Mal.

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1 Kommentare

WoodworkingFelix

10. Nov 2017

Klasse Arbeit, ich überleg schon lang mir die Scheppach zu kaufen.

Wie bist du damit zufrieden?

 

Gruß Felix